Eher was für Warmduscher

90 Teilnehmer beim Dreikönigsschwimmen der DLRG im Main

Diesmal war das Dreikönigsschwimmen auf dem Main was für Warmduscher:
Neun Grad Wassertemperatur bei ebenso vielen Graden in der Luft sind unwürdige Bedingungen für hartgesottene Lebensretter.
So sprangen beim 24. Dreikönigsschwimmen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Würzburg nur 90 Leute zwischen 13 und 77 Jahren in den Main. Wenn`s richtig kalt ist, dass schon Eisschollen auf dem Fluss treiben, machen schon mal 120 mit.

Warum eigentlich? Amtliche Antwort: Die DLRG zeige so, sagte ihr Sprecher Michael Germer, dass sie zu jeder Jahreszeit und unter jeder Bedingung bereit ist, im Wasser Leben zu retten. Andere haben andere Gründe. der 14-jährige Lorenz Greb macht es, um sich "hart zu fühlen", sein Kumpel Benjamin Renninger, 16, ist "aus Spaß" dabei. Die Schwimmer aus allen Ecken Frankens und darüber hinaus, unter ihnen auch welche von Polizei, Wasserwacht und THW, sind launige Leute. Jens Bestmann, 33, aus Schwäbisch-Gmünd, der Schnellste von allen, schwamm mit, "weil ich sonst das ganze Jahr keine Zeit zum Training habe".

Ziel war die Löwenbrücke am Fuße des Käppele. Die Langschwimmer gingen in Randersacker in den Main; Bestmann brauchte für die 5 Kilometer lange Strecke eine Stunde. Der 15-jährige Patrick Germer brauchte als Schnellster über die halb so lange Kurzstrecke eine halbe Stunde.
Übermäßig anstrengend war es nicht. Die Strömung floss 40 Meter in der Minute schnell, das Schwimmen resümierte einer, "war viel schöner als letztes Jahr". Da stand der Main fast still.

Eine Fettcreme gegen die Kälte ins Gesicht gerieben, den Neopren-Anzug und die Schwimmflossen angezogen, das Herz in die Hand genommen und rein ins Wasser. Dicht ist die Schwimmkleidung nicht. Das Wasser dringt ein und steht wie ein dünner Film zwischen Anzug und Haut. Es erwärmt sich durch die Bewegung und hält warm - theoretisch.
Schnellschwimmer Bestmann schwitzte; er fand, das Wasser "hätte ruhig ein paar Grad kälter sein dürfen". Einige aber entstiegen dem Fluss und bibberten erbärmlich.

Drin geblieben ist keiner.

Quelle: Main-Post vom 7. Januar 2005 (Verfasser: Wolf)